20. November 2014

Bauwirtschaft meldet wieder steigende Lehrlingszahlen

Wachsende Nachfrage bei Ausbildungsberufen im Tiefbau


contentmaker/standard/editor.tpl | standard

Stuttgart. Die Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg ist angesichts ihrer neuesten Ausbildungszahlen vorsichtig optimistisch. Immerhin konnten die Mitgliedsbetriebe der Verbände der Landesvereinigung für das aktuelle Ausbildungsjahr 4,6 % mehr Lehrverträge abschließen als noch 2013. Damit scheint der Abwärtstrend der vergangenen zwei Jahre, der auch auf die Einführung der Werkrealschule und der damit verbundenen längeren Schulzeit zurückzuführen ist, vorerst gestoppt. Nach den Mitte November erhobenen Zahlen haben in diesem Herbst 1.422 Baulehrlinge in Baden-Württemberg ihre Ausbildung begonnen. Durch die rückläufige Entwicklung der letzten beiden Jahre sank allerdings die Gesamtzahl der Auszubildenden vom 1. bis 3. Lehrjahr um 2,5 % auf derzeit 5.724. Dennoch belegt Baden-Württemberg nach Bayern und NRW im bundesweiten Vergleich nach wie vor Platz drei, was die Zahl der Baulehrlinge angeht.

Am gefragtesten ist derzeit die Ausbildung zum Zimmerer, gefolgt vom Garten- und Landschaftsbauer sowie dem Maurerberuf. Aber auch bei den Tiefbauberufen wie etwa Straßenbauer oder Baugeräteführer gibt es eine wachsende Nachfrage. Grund ist die zunehmende Technisierung auf den Baustellen. Dafür benötigen die Bauunternehmen immer mehr speziell ausgebildete Fachkräfte. Für die Jugendlichen wiederum scheint vor allem die Faszination großer Baumaschinen entscheidend zu sein, einen dieser technikbezogenen Berufe zu ergreifen. Dieter Diener, Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft, wertet die gestiegenen Lehrlingszahlen angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen wie etwa dem demografischen Wandel als ein überaus positives Signal: „Wir freuen uns, dass die Baubetriebe wieder mehr ausbilden. Dies ist aufgrund der Altersstruktur in der Bauwirtschaft auch überaus wichtig, denn allein in den kommenden acht Jahren wird altersbedingt etwa die Hälfte unserer Baufachleute ausscheiden. Wir haben also einen enorm hohen Fachkräftebedarf. Diesen für die kommenden Jahrzehnte sicher zu stellen, ist eine der größten Herausforderungen unserer Branche.“

Die steigenden Ausbildungszahlen sind laut Diener sicherlich auch ein Ergebnis der zahlreichen Aktivitäten, die die baden-württembergische Bauwirtschaft in den vergangenen Jahren zur Nachwuchsgewinnung entwickelt hat. Dazu gehören neben einer groß angelegten Werbekampagne auch Förderprojekte wie Berufsstart Bau oder MobiPro sowie gezielte Informationen in Schulen und auf Berufsmessen. Interessant für Jugendliche ist außerdem der von der Landesvereinigung initiierte Infotag Bauausbildung, zu dem im vergangen Monat wiederum rund 6.500 Schüler und Lehrer in die insgesamt 17 Bau-Ausbildungszentren im Land gekommen sind.