22. Mai 2015

Trotz schwachem Auftakt rechnet Bauwirtschaft mit gutem Jahr

Wirtschaftsbau auf Erholungskurs, Wohnungsbau leicht rückläufig


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Stuttgart. Die baden-württembergische Bauwirtschaft ist eher verhalten in die erste Jahreshälfte gestartet. Dennoch herrscht Zuversicht, dass sich die Baukonjunktur in den kommenden Monaten insgesamt positiv entwickeln wird. Für das 1. Quartal 2015 meldet die Landesvereinigung Bauwirtschaft zwar einen leichten Umsatzrückgang um 1,7 %, sieht darin aber dennoch kein Alarmsignal. Der Rückgang sei in erster Linie auf die außerordentlich guten Vergleichszahlen aus dem Vorjahr zurückzuführen, als es wegen des besonders milden Winter im Südwesten kaum witterungsbedingte Arbeitsausfälle gab. Bis Jahresende rechnet die Baubranche im Land wieder mit schwarzen Zahlen und einem moderatem Umsatzwachstum von 1,5 bis 2 %.

Grund für den verhalten optimistischen Ausblick sind die verbesserte gesamtwirtschaftliche Lage und die derzeit gut gefüllten Auftragsbücher der Bauunternehmen. Zwischen Januar und März gab es bei den Auftragseingängen immerhin einen Zuwachs um fast 9 %. Vor allem der öffentliche Bau verzeichnete mit + 15,7 % im 1. Quartal eine rege Ordertätigkeit. Im Gegensatz zu früher hat die öffentliche Hand in diesem Jahr größere Aufträge offenbar zeitnah ausgeschrieben, so dass die Baufirmen deutlich mehr Planungssicherheit haben. Ob sich die aktuellen Investitionsprogramme der Bundesregierung im Bereich Infrastruktur in den kommenden Monaten auch zugunsten von Baden-Württemberg auswirken, bleibt nicht zuletzt in Anbetracht der Personalknappheit der hiesigen Bauverwaltung abzuwarten.

Wieder auf Erholungskurs befindet sich der Wirtschaftsbau. Er verbuchte im ersten Vierteljahr immerhin 7,5 % mehr Aufträge. Der Nachfrageboom im Wohnungsbau dagegen scheint vorerst vorbei zu sein. Dieter Diener, Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft, erwartet für 2015 tendenziell eine eher rückläufige Steigerungsrate der Wohnungsbautätigkeit im Land. Weiterhin stabil ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Ende März zählte das baden-württembergische Bauhauptgewerbe 90.545 Beschäftigte, verglichen zum Vorjahresmonat ein Plus um 0,3 %.