17. März 2016

Flaschenhals Albaufstieg: Bauwirtschaft fordert sofortigen Ausbau

Bauverband kritisiert: Einstufung laut BVWP nicht eindeutig


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Stuttgart. Die Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg begrüßt es, dass im neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP), den Verkehrsminister Alexander Dobrindt gestern in Berlin vorgestellt hat, u.a. so wichtige Projekte wie der dringend notwendige 6-spurige Ausbau der A8 am Albaufstieg berücksichtigt wurde. An dem neuralgischen Nadelöhr auf der schwäbischen Alb herrscht seit Jahren ein unhaltbarer Zustand beklagt Geschäftsführer Dieter Diener: „Dieser Streckenabschnitt zählt zu den meist befahrenen in Deutschland. Mehr als 74.000 Fahrzeuge quälen sich hier täglich auf vier Spuren durch den Flaschenhals zwischen Mühlhausen und Hohenstadt. Es ist allerhöchste Zeit, dass dieser Engpass endlich beseitigt wird!“

Die Einstufung im BVWP wirft allerdings Fragen auf. Laut BVWP wird der Albaufstieg nicht als ‚Engpass‘ bezeichnet, ein wesentliches Kriterium für eine rasche Realisierung der Baumaßnahme. Zudem wird er unter die Kategorie ‚laufende und fest disponierte Projekte‘ eingeordnet. Da das Projekt noch nicht begonnen wurde, ist nicht eindeutig klar, wie schnell es tatsächlich umgesetzt wird. „Wir nehmen Bundesverkehrsminister Dobrindt beim Wort und erwarten, dass es bei dieser außerordentlich wichtigen Baumaßnahme zu einer schnellen Umsetzung kommt.“ Planungen zum Ausbau der A8 am Albaufstieg gibt es bereits seit 1999. Ursprünglich war der Ausbau als PPP-Verkehrsprojekt in Form eines sogenannten F-Modells geplant, allerdings scheiterte es immer wieder an der Finanzierung.

Generell freut sich die Landesvereinigung Bauwirtschaft, dass laut aktuellem BVWP wieder mehr Geld in den Erhalt und Ausbau von Straßen, Brücken, Schienen und Wasserwegen gesteckt wird. Bis zum Jahr 2030 sind dafür bundesweit 265 Mrd. Euro vorgesehen. Ob allerdings alle geplanten Bauvorhaben auch tatsächlich in den kommenden 15 Jahren realisiert werden können, ist fraglich, denn dafür reichen die Mittel bei Weitem nicht aus. Die im ‚Weiteren Bedarf‘ eingestuften Projekte werden wohl auf der Strecke bleiben. Realistischer ist hingegen eine Investitionssumme von letztlich 124,9 Mrd. Euro, die für die Projekte in der vordringlichsten BVWP-Kategorie vorgesehen sind.

Für den Neu- und Ausbau seiner wichtigsten Fernstraßenprojekte soll Baden-Württemberg 9,3 Mrd. Euro erhalten, ein Anteil von 13,8 % vom Gesamtkuchen der vorrangigen Straßenbauprojekte. Davon sollen 5,6 Mrd. Euro in neue Straßenbauvorhaben fließen und 3,7 Mrd. Euro in laufende oder fest disponierte Projekte. Vom Land wurden insgesamt 157 Straßenbauvorhaben für den BVWP angemeldet. Darunter sind fünf Projekte in den ‚Vordringlichen Bedarf zur Engpassbeseitigung‘ aufgenommen worden und 80 Projekte in den ‚Vordringlichen Bedarf’. Der notwendige Ausbau der Autobahnen A5, A6, A8 und A81 sowie der stark befahrenen B27 wird bereits seit Jahren von der Landesvereinigung Bauwirtschaft angemahnt. Um Engpässe zu entschärfen, sollen nun große Teile der Autobahnabschnitte rund um Stuttgart, Pforzheim und Ulm um zusätzliche Fahrspuren erweitert werden.