02. Februar 2018

Wieder deutlich mehr Lehrlinge in der Bauwirtschaft

Dennoch bleiben zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt


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Stuttgart. Die Trendwende scheint geschafft. Nach Jahren rückläufiger bzw. stagnierender Ausbildungsverhältnisse freut sich die Bauwirtschaft im Land über wieder steigende Lehrlingszahlen. Zum Stichtag 31. Dezember 2017 haben insgesamt 5.879 Jugendliche in Baden-Württemberg eine Bauausbildung absolviert, gegenüber 2016 ein Plus von 2,8 %. Im ersten Ausbildungsjahr fiel der Zuwachs mit 6 % und 1.870 neu abgeschlossenen Lehrverträgen sogar noch deutlicher aus. Damit scheint sich der Ausbildungsmarkt auf dem Bau weiter zu stabilisieren, zumal auch bundesweit die Baulehrlingszahlen um 3,14 % auf 36.868 angestiegen sind. „Immer mehr junge Menschen entdecken offenbar die Potentiale, die in den Bauberufen und in unserer Branche stecken“, kommentierte Thomas Möller, Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft die positive Lehrlingsentwicklung. „Dazu beigetragen haben sicher auch die anhaltend gute Baukonjunktur, die vielfältigen Zukunftsaufgaben im Bereich Infrastruktur sowie im Energie- und Umweltsektor und nicht zuletzt die attraktiven Lehrlingsvergütungen, die mit im Spitzenbereich liegen.“

Den höchsten Ausbildungsbedarf seitens der Unternehmen und damit die meisten Ausbildungsverhältnisse gab es 2017 bei den Zimmerern (1.848 Lehrlinge), gefolgt von den Maurern (917) und den Stuckateuren (565). Immer stärker nachgefragt werden aber auch Berufe im Tiefbaubereich wie etwa Straßenbauer (550 Lehrlinge) oder Baugeräteführer. Bei diesem sehr technisch orientierten Ausbildungsberuf verzeichnet die Bauwirtschaft im aktuellen Ausbildungsjahr erneut Rekordzuwächse. Insgesamt bildet Baden-Württemberg mit 265 Jugendlichen bundesweit zurzeit die meisten Baugeräteführerlehrlinge aus. Dennoch reichen die momentanen Zuwächse nicht aus, um den starken Fachkräftebedarf der Zukunft zu decken.

Durch den Lehrlingsmangel der vergangenen Jahre und die dadurch entstandenen Lücken müssten eigentlich etwa 2.300 - 2.500 Schulabgänger jährlich eine Bauausbildung in Baden-Württemberg beginnen. Thomas Möller fordert daher, dass die neue Bundesregierung die Voraussetzungen schafft, um zielgerichtet auch eine Zuwanderung in die Ausbildung, unter anderem durch längere Bleibeperspektiven für Flüchtlinge zu ermöglichen. Durch angelernte Hilfskräfte im Rahmen der Flüchtlingsintegration könne das Problem des Fachkräftemangels auf dem Bau nicht dauerhaft gelöst werden. Der hohe Maschinenanteil und die starke Technisierung der Branche bedingten eine fundierte und qualifizierte Bauausbildung.