15. März 2019

Maut macht Wohnungsbau teurer – Politik treibt Kosten nach oben

Bauunternehmer müssen Preiserhöhung an Kunden weitergeben


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Stuttgart. Die Kosten für den Wohnungsbau steigen immer weiter und daran ist auch die Politik schuld. Denn ein Teil der aktuellen Preissteigerungen geht auf das Konto der Lkw-Maut. Mitte letzten Jahres wurde sie auf Betreiben der Bundesregierung auf sämtliche Bundesstraßen ausgeweitet, Anfang dieses Jahres kam außerdem eine kräftige Mauterhöhung hinzu. Das bekommen nun auch die Häuslebauer zu spüren.

Wie die Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg mitteilt, haben viele Baustoffhändler die erhöhten Mautgebühren seit Jahresbeginn auf ihre Produkte draufgeschlagen. Zusätzlich müssen auch die Bauunternehmer die teureren Transportwege in ihrer Kostenkalkulation für einen Hausbau an die Endkunden weitergeben. „Entgegen den Versprechungen der Politik entpuppt sich damit die Mauterweiterung sehr wohl als Kostentreiber“, kritisiert der Geschäftsführer der Landesvereinigung, Thomas Möller, die aktuelle Preisentwicklung. „Buhmann sind dabei, wie so oft, mal wieder unsere Baufirmen, denen ständig vorgeworfen wird, sie seien schuld an den gestiegenen Baukosten. Dabei dreht die Bundesregierung permanent an der Preisspirale. Wohnen soll bezahlbar werden, heißt es. Das scheint aber nur ein Lippenbekenntnis zu sein.“

Die Anhebung der Lkw-Maut verteuert Baumaterialien überdurchschnittlich stark, weil diese, gemessen am Volumen und im Vergleich zu anderen Waren, eher günstig sind. Die Preiserhöhung beträgt im Schnitt fünf Prozent. Die Bauwirtschaft rechnet vor, dass bei einem Eigenheim mit 120 qm Wohnfläche plus Keller die Materialkosten durchschnittlich 150.000,- Euro betragen. Durch die Ausweitung und Anhebung der Lkw-Maut müssen laut Möller künftig rund 7.500,- Euro mehr bezahlt werden: „Angesichts des Gesamtpreises eines Hauses mag dies keine hohe Summe sein. Rechnet man aber alle weiteren Baunebenkosten, die der Gesetzgeber Mietern und Vermietern in den letzten Jahren aufgebürdet hat hinzu, kommt eine ordentliche Extrabelastung zusammen.“ Als zusätzliche Kostentreiber nennt er u.a. immer strengere Schall- und Brandschutzvorschriften, die verschärfte Energieeinsparverordnung, die Erhöhung der Grunderwerbsteuer von 3,5 auf 5 % sowie die gestiegenen Entsorgungskosten wegen fehlender Deponien im Land.

Thomas Möller weist außerdem darauf hin, dass die Mauterhöhung ausgerechnet jene Bauunternehmen am härtesten trifft, die ihren Fuhrpark im Vertrauen auf die bisherige Förderpraxis auf moderne, schadstoffarme Fahrzeuge der Euronorm 5 oder 6 umgestellt haben. Diese hohen Investitionen rechnen sich nun nicht mehr, weil zum einen die Förderung wegfällt und zum anderen die Mauterhöhung pro gefahrenem Kilometer für große Transporter mit Euro-6-Motor prozentual deutlich stärker ausfällt als für vergleichbare ältere Brummis mit Schadstoffnorm Euro 4.