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Lagebericht 2017

Konjunkturmotor Bauwirtschaft: Umsätze klettern auf Rekordniveau

Die baden-württembergische Bauwirtschaft hat ein außerordentlich erfolgreiches Jahr hinter sich. 2017 entwickelte sich für die Branche sogar noch besser als ursprünglich erwartet. In allen wichtigen Bausparten sind die Umsatzzahlen kräftig nach oben gegangen. Bei den größeren Bauunternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten gab es bis Ende Dezember ein Rekordumsatzplus von 12 %. Im Gesamtjahr 2017 und bezogen auf sämtliche Betriebe des Bauhauptgewerbes gab es einen Umsatzanstieg um 7,8 % auf rund 15,7 Mrd. Euro.

Die gute Auftragslage hat allerdings auch ihre Kehrseiten. Insbesondere kleinere Betriebe klagen zunehmend über personelle Engpässe und können dadurch nicht mehr jeden Auftrag annehmen. Anders als größere Firmen haben sie nur bedingt die Möglichkeit, bei Auftragsspitzen auf ausländische Nachunternehmen zurückzugreifen. Die baden-württembergische Bauwirtschaft sieht in der Personalbeschaffung und dem Fachkräftemangel derzeit auch die größte Herausforderung für die Branche. Die Zahl der Baubeschäftigten im Land ist 2017 um gut 4,4 % gestiegen und hat erstmals seit 15 Jahren wieder die 100.000-Marke erreicht. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg um 5,9 %. 

Ebenfalls deutlich zugelegt haben im vergangenen Jahr die Auftragseingänge. Sie kletterten zwischen Januar und Dezember auf insgesamt 9,72 Mrd. Euro, ein Plus um 8,6 %. Eine generelle Nachfrageschwäche ist nicht in Sicht, da die Firmen für die kommenden Monate noch hohe Orderbestände haben und die Gesamtwirtschaft rund läuft. Laut Bauwirtschaft sind die Aussichten für 2018 weiterhin positiv. Bis Jahresende wird ein Umsatzzuwachs von etwa 4 % erwartet. 

Mit der steigenden Baunachfrage haben sich in den letzten fünf Jahren auch die Baupreise nach oben entwickelt, im Schnitt um 2,5 % jährlich. Die Bauwirtschaft weist darauf hin, dass nach Jahren des ruinösen Wettbewerbs die Baufirmen endlich wieder auskömmliche Preise erzielten und damit ihr wirtschaftliches Überleben sichern könnten. Schuld an den allgemein gestiegenen Baukosten hätte insbesondere die Politik, weil sie mit immer neuen und schärferen Vorschriften das Bauen künstlich verteuert. Außerdem müsse dringend neues Bauland ausgewiesen werden, um den steigenden Bedarf zu decken.