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Pressemeldungen

Wohnbaugenehmigungen im Land sind 2020 um 5,4 % gestiegen

Ein- und Zweifamilienhäuser nach wie vor am gefragtesten

Stuttgart. Die Corona-Krise hat die Nachfrage nach Wohnraum nicht gebremst, im Gegenteil. Wie die Landesvereinigung Bauwirtschaft mitteilt, sind die Wohnbaugenehmigungen in Baden-Württemberg 2020 um 5,4 % gestiegen, bundesweit waren es nur 2,2 %. Der Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen hatte sich bereits in den letzten Monaten abgezeichnet und nun verfestigt. „Unsichere Zeiten, sichere vier Wände“, so bringt Geschäftsführer Thomas Möller die aktuelle Entwicklung auf den Punkt. „Die Menschen investieren ihr Geld offenbar lieber in Wohneigentum statt in Konsum. Diese Rückkopplung bekommen wir auch von unseren Baufirmen, die momentan vor allem für private Häuslebauer tätig sind.“ Auch im laufenden Jahr rechnet Möller mit einer stabilen Wohnungsbaunachfrage.

Bis Ende Dezember 2020 wurden in Baden-Württemberg insgesamt 43.990 neue Wohneinheiten genehmigt. Das sind 2.265 mehr als noch im Vorjahr. Besonders deutlich war der Zuwachs mit 9,3 % bei den Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser stiegen im letzten Jahr um 4,7 %. „Um die Wohnungsknappheit vor allem in den Ballungsräumen wirksam zu bekämpfen, sollte diese Quote aber noch deutlich höher liegen. Der beste Schutz gegen zu hohe Mieten ist nun mal die Schaffung von ausreichend Wohnraum.“

Thomas Möller fordert zugleich, dass sich die Anreize für potentielle Investoren verbessern müssten, etwa durch die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung. Außerdem gebe es bei Baugenehmigungsbehörden in Punkto Bürokratie und Schnelligkeit noch sehr viel Luft nach oben. „Leider kommt die vielbeschworene Digitalisierung in den Verwaltungen nur im Schneckentempo voran. Die Bearbeitung der Antragsverfahren dauert definitiv zu lang“, kritisiert Möller und fordert die Kommunen außerdem auf, mehr Bauland auszuweisen. Durch innerstädtische Nachverdichtung allein könne der Mangel an Baugrundstücken nicht kompensiert werden.